Die Geschichte des Wappens

Die Ursprünge des württembergischen Wappens führen bis 1228 zurück, als im Siegelabdruck von Graf Hartmann von Grüningen-Wirtemberg das erste Mal drei übereinander liegende Hirschstangen dargestellt wurden. Die Hirschstangen stehen vermutlich für das besonders wald- und hirschreiche Gebiet von Wirtemberg. Sie blieben über all die Zeit im Wappen bestehen — bis 1952.

Große Änderungen im Wappen gab es durch den Zusammenschluss mit dem linksrheinischen Mömpelgard, hier wurde auch das erste Mal das Wappen geviertelt, was über die Zeit immer wieder variierte. Die vier Teile beinhalteten: die Hirschstangen von Wirtemberg, die Rauten der Teck, die Fische von Mömpelgard und die Reichssturmfahne.

Bis 1806 diente das Wappen Württembergs hauptsächlich als Erkennungszeichen der Mitglieder des Herrscherhauses. Erst als Württemberg zum Königreich erhoben wurde, machte man Unterschiede zwischen dem Staatswappen und dem Wappen der königlichen Familie. Das Wappen änderte sich im Laufe der Zeit häufig, was auf Gebietszuwächse, Staatsformänderungen oder Rangänderungen der Herrscher zurückzuführen ist.

Das Wappen, wie wir es heute noch von Württemberg kennen, trat ab 1817 auf, als König Wilhelm I. an die Macht kam. Er minimierte das bisher immer umfangreicher gewordene Wappen auf ein ovalrundes, mit goldenem Eichenkranz umwundenes Schild, auf dem ein Helm und eine Krone lagen. Das Wappen selbst zeigte auf der linken Seite die drei Hirschstangen, die für Württemberg standen und auf der rechten Seite drei Löwen, die für Schwaben standen. Die Schildhalter Hirsch und Löwe wurden auf ein schwarz-rotes Band gestellt, das die Inschrift „furchtlos und trew“ („furchtlos und treu“) trug.



1918 wurde das Wappen nochmals geändert, nachdem König Wilhelm II. abdankte und Württemberg zum freien Volksstaat Württemberg ernannt wurde. Man teilte das Wappen wieder in vier Teile auf, wobei Feld 1 und 4 weiterhin die drei Hirschstangen beinhalteten und Feld 2 und 3 die Farben schwarz und rot in Streifen beinhalteten. Das Wappen wurde von einer „Volkskrone“ gekrönt, die königlichen Insignien hatten ausgedient. Als Schildhalter wurden nun zwei goldene Löwen eingesetzt. Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde 1933 das Wappen nochmals geändert, das Wappen an sich blieb gleich, jedoch wurde die Volkskrone abgeschafft und die Schildträger standen nun wieder auf einem rot-schwarzen Spruchband mit dem Motto „furchtlos und trew".

Nach der Zusammenführung von Baden, Hohenzollern und Württemberg zu Baden-Württemberg änderte sich das Wappen ein letztes Mal. Das heutige baden-württembergische Wappen beinhaltet jedoch nach wie vor den goldenen Hirsch als Schildhalter und das Stammwappen Württembergs mit den drei Hirschstangen ist in einer der Plaketten in der Schildkrone wieder zu finden.

Auch in anderen Wappen lassen sich heute noch Spuren des württembergischen Wappens finden, wie zum Beispiel im Emblem des VFB Stuttgart, in dem die drei Hirschstangen integriert sind oder im Logo des Automobil-Herstellers Porsche, das sowohl die Viertelung als auch die Hirschstangen und die Schwarz-Roten Streifen zeigt.